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Blog · Hund

Arthrose beim Hund – was Physiotherapie wirklich bringt

Ihr Hund steht morgens schwerfällig auf, braucht ein paar Schritte, bis er „rund“ läuft, und meidet plötzlich die Treppe? Das sind typische Anzeichen für Arthrose – die häufigste Gelenkerkrankung beim Hund. Rund jeder fünfte Hund über einem Jahr ist betroffen, bei Senioren deutlich mehr. Die gute Nachricht: Arthrose ist zwar nicht heilbar, aber mit der richtigen Begleitung lässt sich die Lebensqualität vieler Hunde spürbar erhalten.

Stephanie HagenTierphysio Hagen, Bad Oldesloe

Was passiert bei Arthrose im Gelenk?

Arthrose ist ein schleichender Verschleiß des Gelenkknorpels. Der Knorpel wird dünner und rauer, das Gelenk entzündet sich immer wieder, der Körper bildet knöcherne Zubildungen. Die Folge ist ein Teufelskreis: Schmerz führt zu Schonung, Schonung zu Muskelabbau, Muskelabbau zu noch weniger Stabilität im Gelenk – und damit zu noch mehr Schmerz. Genau an diesem Kreislauf setzt die Physiotherapie an.

Woran Sie Arthrose bei Ihrem Hund erkennen

  • Anlaufschwierigkeiten – steifes Aufstehen nach dem Liegen, das sich nach einigen Metern „einläuft“
  • Lahmheit nach Belastung – vor allem nach langen Spaziergängen oder wildem Spiel
  • Vermeidungsverhalten – Treppen, Sprung ins Auto oder aufs Sofa werden gemieden
  • Wetterfühligkeit – bei Kälte und Nässe wird es schlechter
  • Veränderte Haltung – Rücken aufgezogen, Gewicht auf die Vorderhand verlagert, Muskelabbau an einer Hinterhand
  • Wesensveränderung – weniger Spielfreude, Rückzug, gelegentlich Abwehr beim Anfassen

Hunde zeigen Schmerz selten offen. Oft fällt Tierhaltern erst rückblickend auf, dass der Hund schon länger „ruhiger“ geworden war. Die Diagnose stellt Ihr Tierarzt – meist per Röntgen. Die Physiotherapie setzt danach an.

Was Physiotherapie bei Arthrose leisten kann – und was nicht

Physiotherapie kann den Knorpel nicht zurückbringen. Sie kann aber an den Stellen ansetzen, die den Alltag Ihres Hundes bestimmen: Schmerz, Beweglichkeit und Muskulatur. Ziel ist, dass Ihr Hund sich wieder gern bewegt – denn Bewegung ernährt den verbliebenen Knorpel und hält das Gelenk geschmeidig.

1. Schmerzen lindern

Wärmetherapie, Massage und Low-Level-Lasertherapie zielen darauf, die verspannte Muskulatur rund um das Gelenk zu lockern und die Durchblutung anzuregen. Viele Hunde entspannen dabei sichtbar. Bei akuten Entzündungsschüben kann auch Kälte sinnvoll sein – was wann passt, entscheide ich nach dem Befund.

2. Beweglichkeit erhalten

Mit sanften Gelenkmobilisationen und passivem Durchbewegen wird der vorhandene Bewegungsumfang gepflegt. Je weniger ein Gelenk bewegt wird, desto schneller versteift es – deshalb ist regelmäßige, dosierte Bewegung so wichtig.

3. Muskeln aufbauen – ohne das Gelenk zu belasten

Hier ist das Unterwasserlaufband für Hunde das Mittel der Wahl. Im Wasser trägt der Auftrieb bis zu 60 % des Körpergewichts, die Gelenke werden deutlich entlastet – gleichzeitig arbeitet die Muskulatur gegen den Wasserwiderstand. Ihr Hund trainiert also kräftig, ohne dass das arthrotische Gelenk gestaucht wird. Dazu kommen Übungen für zu Hause: Balancekissen, Cavaletti, gezielte Sitz-Steh-Übungen – einfach, aber wirksam, wenn sie regelmäßig gemacht werden.

Wie oft sollte ein Arthrose-Hund zur Physiotherapie?

Das hängt vom Stadium ab. Zu Beginn sind oft wöchentliche Termine über vier bis sechs Wochen sinnvoll, um Schmerzen zu reduzieren und ein Heimprogramm aufzubauen. Danach reichen vielen Hunden Termine alle zwei bis vier Wochen, ergänzt durch das Unterwasserlaufband. Arthrose ist eine Dauerbaustelle – deshalb geht es nicht um eine schnelle Kur, sondern um eine Routine, die in Ihren Alltag passt.

Was Sie selbst tun können

  • Gewicht im Blick behalten – jedes Kilo zu viel belastet die Gelenke; Übergewicht ist der größte vermeidbare Faktor
  • Lieber mehrere kurze Spaziergänge als eine lange Runde am Wochenende
  • Rutschfester Untergrund zu Hause – Läufer auf Fliesen und Parkett sparen dem Hund viele Ausrutscher
  • Rampe statt Sprung ins Auto, erhöhter Futternapf bei Arthrose in Hals oder Vorderhand
  • Warmes, weiches Bett ohne Zugluft – orthopädische Hundebetten lohnen sich
  • Schmerzmedikation nicht eigenmächtig absetzen – Physiotherapie ergänzt die tierärztliche Behandlung, sie ersetzt sie nicht

Häufige Fragen zu Arthrose und Physiotherapie

Ab welchem Alter ist Physiotherapie bei Arthrose sinnvoll?

Je früher, desto besser. Auch junge Hunde mit Hüft- oder Ellbogendysplasie entwickeln früh Arthrose – hier kann gezielter Muskelaufbau den Verlauf günstig begleiten. Bei Senioren geht es vor allem um Schmerzfreiheit und Mobilität im Alltag.

Tut die Behandlung meinem Hund weh?

Nein. Ich arbeite im schmerzfreien Bereich und passe jede Technik an die Tagesform Ihres Hundes an. Die meisten Hunde kommen nach dem zweiten Termin freudig in die Praxis.

Was kostet die Behandlung?

Die Erstbehandlung mit Befund kostet 80 € (60–90 Minuten), Folgebehandlungen 38 € (30 Minuten) oder 54 € (45 Minuten). Physiotherapie kombiniert mit Unterwasserlaufband gibt es für 59 €. Viele Tierkrankenversicherungen beteiligen sich an den Kosten – alle Preise finden Sie hier, weitere Antworten in den häufigen Fragen.

Ihr Hund hat Arthrose?

Vereinbaren Sie einen Termin zur Befunderhebung in Bad Oldesloe – ich schaue mir Ihren Hund in Ruhe an und bespreche mit Ihnen, was realistisch zu erreichen ist.

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